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Köln-Mülheim 9.3.2004 - "Materie am falschen Platz" - Die Frage "Was ist Müll?" läßt sich kaum kürzer beantworten. Es sind ja nicht die Dinge an sich, die Müll sind, sondern ihr Aufenthaltsort. Das Papier, das gerade noch in der Hand ein Käsebrötchen verhüllt, segelt im nächsten Moment zu Boden und wird zu lästigem Müll.
Das Beispiel zeigt: Müll wird vom Menschen gemacht und Gedankenlosigkeit begünstigt sein Wachstum. Es geht weiter: Müll zieht Müll an. Ist erst einmal eine Ecke verschandelt, kippen immer mehr Zeitgenossen ihren Müll dazu.
Natürlich rächt sich Gedankenlosigkeit. Müllhaufen im Wohnumfeld machen schlechte Laune. Und egal, wie lange man die Augen davor verschliesst, irgendwann muß der Müll dann doch weg. Die Rechnung ist hoch und wird von der Allgemeinheit bezahlt.
Wir betrachten uns als Teil dieser Allgemeinheit und wollen mit regelmäßigen Müll-Sammelaktionen öffentlich zeigen: Uns stört der Müll im Viertel. Wir meckern, aber wir räumen ihn auch weg. Wir entwickeln Projekte, die die Mitbürger aus der Gedankenlosigkeit aufwecken und schon die Entstehung von Müll verhindern sollen.
Im Sommer 2006 benennen wir uns von "Mülheimer Müll Gruppe" in "Mülheimer Umwelt Gruppe" um. Wir verlassen damit die Beschränkung auf das Thema Müll und öffnen uns einem breiten Spektrum von Umweltthemen, die wir auf die lokale Ebene, unseren Stadtteil, übersetzen wollen.
Im Herbst 2006 erstellen wir in Kooperation mit der größten Kölner Wohnungsgesellschaft GAG ein Flugblatt, dass zweisprachig (deutsch-türkisch) das Kölner Sperrmüllsystem in prägnanter Form erklärt. Das Flugblatt wird von der GAG ab 2007 im eigenen Wohnungsbestand verteilt. Ebenfalls mit der GAG stellen wir in einer größeren Auflage einen Aufkleber für Haustüren her, der das Niederlegen von Werbung im Hausflur grundsätzlich untersagt. Auch dieser Aufkleber wird ab 2007 von der GAG im eigenen Wohnungsbestand verbreitet.
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